Wie die Coronakrise New Work beflügelt

In den letzten Tagen hat ganz Europa begonnen, von zu Hause zu arbeiten. Wo Anfang letzter Woche noch gemeinsame Arbeit ohne Händeschütteln auf der Tagesordnung stand, arbeiten jetzt alle digital im Home Office.

 

Eine Chance für die Digitalisierung

Die neue Arbeitsweise wird seit Jahren diskutiert. Egal ob zu Hause oder überall auf der Welt, solange Sie einen Laptop mit Internetzugang haben, ist das Arbeiten möglich. Hippe Büros, Co-Working-Spaces und Videoanrufe erleichtern den flexiblen Umgang mit Büroräumen, Arbeitszeiten und Personal. Dennoch gab es immer noch viele Unternehmen, die A sagten, aber B taten.

Bis letzte Woche. Seit dem Aufruf, von zu Hause aus zu arbeiten, erhält jeder einen “Crashkurs”, sodass jeder in die Lage versetzt wird, von zu Hause aus zu arbeiten. Viele Menschen müssen lernen, auf eine neue Art zu arbeiten und zu kommunizieren.

Slack verzeichnete einen Anstieg der bezahlten Benutzer um 40%, und Microsoft Teams hatte 44 Millionen Benutzer an einem Tag, gegenüber 20 Millionen vor einigen Monaten. Google Trends zeigt auch, dass Menschen massiv nach Tools suchen, um online zu kommunizieren.

Darüber hinaus steigt der Aktienkurs von Zoom zu einem Zeitpunkt, an dem die meisten Aktien an Wert verlieren:

Online-Einkäufe nehmen zu und E-Commerce wird immer beliebter. Als internationale Marketingagentur bemerken wir das auch. Kunden sehen Umsatzsteigerungen, Omnichannel-Kunden verlagern ihren Fokus auf Online.

Veränderte Arbeitsbedingungen haben zum Glück für uns nur geringe Auswirkungen. Projektmanagement und Kundenkommunikation über Tools wie Monday.com oder Trello sind Standard. Wir haben 2 Büros, haben also bereits tägliche Videokonferenzen über Microsoft Teams und kommunizieren viel intern über Slack. Mit Apps wie Krisp.ai filtern wir Hintergrundgeräusche heraus, da wir zu Hause in einer weniger ruhigen Umgebung arbeiten. Jeden Tag haben wir ein “Stand-up” -Treffen über Videokonferenzen, um das Teamgefühl zu erhalten.

Von zu Hause aus zu arbeiten ist für viele Menschen und Unternehmen eine große Herausforderung. Die Popularität der Arbeit von zuhause, wird sich durch den Corona-Virus sicherlich ändern. Wenn wir aus dieser Situation etwas Positives herausholen können, ist jeder offen für neue Ideen, Partnerschaften und ich hoffe, dass die digitale Transformation dadurch beschleunigt wird.

Eine Frage, die ich mir stelle, ist: Brauchen wir noch unsere 2 Büros, wenn die Arbeit von zu Hause aus gut läuft? Wenn wir sicherstellen, dass unser Team zu Hause oder überall auf der Welt gut und sicher arbeiten kann, warum brauchen wir dann ein Büro?

 

Was sagen Experten dazu?

Ich habe Kim Wlach zu diesem Thema gefragt. Kim Wlach ist Mitgründerin von Berg & Macher, einem Unternehmen, mit dem sie Menschen im Team und mit der Organisation verbindet. In Zeiten von Corona setzt sich Kim neben Teamworkshops zu den Themen Purpose, Vision, Roadmap und Rollen auch intensiv mit der Zusammenarbeit in Remote Teams auseinander. Gemeinsam mit ihrem Mitgründer Jonas schreibt sie darüber in einer Serie auf www.berg-macher.com.

Ist das streichen von Büros sinnvoll? Kim antwortet, dass es auf verschiedene Dinge ankommt:

“Forscher haben herausgefunden, dass der wichtigste Faktor für das Engagement von Mitarbeitern und damit für den Erfolg des Teams das Zugehörigkeitsgefühl zum Team ist.

Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl kann über regelmäßige Teamzusammenkünfte erreicht werden. In den Treffen wird gebündelt an der Zusammenarbeitskultur gearbeitet und dafür gesorgt, dass sich die Teammitglieder miteinander verbunden fühlen. Ist die gemeinsame Basis hergestellt, dann ist auch wieder das Arbeiten von Remote für mehrere Wochen aus möglich.

Wichtig ist hier, dass auch für die digitale Zusammenarbeit gemeinsame Normen definiert und diskutiert werden sowie welche Kommunikationskanäle sich für welche Art der Nachricht eignen (emotional vs. sachlich, schnelle Rückmeldung nötig, komplexe Aufgabenstellung etc.). Diese Team Meetings alle 3-6 Monate sind unabhängig vom Büro und können beispielsweise auch gut im Team Offsite durchgeführt werden. Gerade bei verteilten Teams, die selbst nicht über ein großes Büro für alle Mitarbeiter verfügen und zudem eine Unterkunft benötigen – für die Teammitglieder, die aus anderen Büros zu reisen – ist dies sinnvoll: Team Offsites stellen eine gute Verbindung von praktischen Gründen und einem wertvollen Perspektivenwechsel abseits des Büroalltages dar. Auch deshalb ist zu hoffen, dass wir uns schon bald wieder uneingeschränkt und ohne eine Gefährdung für die Gesundheit anderer bewegen und treffen können.“

Fazit

Büros sind für den Teamalltag nicht unbedingt nötig. Wichtig ist dann aber, dass gemeinsam Regeln aufgestellt werden und im Team besonders auf das Teamzugehörigkeitsgefühl geachtet wird.

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