Es gibt mehr Online-Marktplätze als nur Amazon

Viele Markenhersteller und Verkäufer aus Deutschland vertreiben ihre Produkte über ihren eigenen Webshop oder nutzen dafür den Online-Marktplatz Amazon. Prinzipiell ist dieser Ansatz logisch, da Sie über Amazon eine sehr breite Zielgruppe erreichen können. Es erweckt jedoch den Eindruck, dass sich die meisten Verkäufer lediglich auf diesen Marktplatz fokussieren und dabei andere Verkaufsplattformen völlig übersehen.

In Deutschland ist das Angebot an Online-Marktplätzen in den letzten Jahren stark gestiegen. Inzwischen gibt es für Verkäufer eine breite Auswahl, auch an kategoriespezifischen Marktplätzen, die möglicherweise viel besser zu Ihrer Zielgruppe passen.

Werfen Sie einen Blick über den Tellerrand

OTTO beispielsweise ist der zweitgrößte Marktplatz in Deutschland. In bestimmten Kategorien ist OTTO zudem größer als Amazon. Wenn Sie Mode oder Möbel verkaufen ist OTTO daher für Sie die bessere Wahl. Die Vorteile liegen auf der Hand: OTTO hat komfortablere (Filter-) Optionen für Kunden und eine bessere Logistik bei großen Möbeln (Zwei-Mann-Handling). Zudem hat OTTO vor kurzem sein Angebotsspektrum in Sachen Werbung erweitert. Möglich sind nun auch gesponserte Produktanzeigen sowie Anzeigenkampagnen auf der OTTO-Website.

Neben OTTO sind allerdings auch Plattformen wie Wayfair und Home24 für die Möbelbranche interessant. Die beiden Marktplätze bieten ihren Kunden eine breite Auswahl an Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen wie Lampen, Wohnaccessoires und Wohntextilien.

Wayfair ist vor allem in den USA stark gewachsen und bietet dort bereits die Möglichkeit, die eigenen Produkte über verschiedene Retail Media Aktivitäten gezielter zu bewerben. Auch in Deutschland sollen die neuen Werbemöglichkeiten bald folgen. Bei Home24 profitieren Sie als Drittanbieter nicht nur von Zielgruppenmärkten in Kontinentaleuropa und Brasilien, sondern auch von der technischen Infrastruktur des Unternehmens.

Die Auktionsplattform eBay hat sich in den letzten Jahren ebenfalls stark zu einem Online-Marktplatz entwickelt. Immer mehr gewerbliche Händler nutzen eBay, um ihre Produkte auf diese Weise einem breiten Publikum anzubieten. Die Produktkategorien sind ähnlich vielfältig wie bei Amazon und decken nahezu jeden Bereich ab. Verkäufer haben zudem die Möglichkeit Ihren Kunden über ein spezielles Targeting Werbeanzeigen auszuspielen oder einen eigenen Ebay Shop einzurichten.

Nutzen Sie als Fashionunternehmen spezielle Modemarktplätze

Sie sind auf den Bereich Mode und Fashion spezialisiert? Dann richten Sie Ihren Blick besser auf Zalando und About You. Zalando bietet Ihnen mit seinem Portal nicht nur eine gute Verkaufsplattform für Schuhe und andere Modeartikel, sondern mittlerweile auch Produkte im Beauty-Bereich. Mit dem ZFS-Programm (Zalando Fulfillment Solutions) haben Anbieter zudem auch die Möglichkeit Ihre Produkte direkt bei Zalando zu lagern. Auf diese Weise profitieren Sie zusätzlich von einer schnellen und unkomplizierten Versandabwicklung. Mit dem Zalando Marketing Service (ZMS) können Sie zudem Ihre Produkte bei Zalando bewerben und Ihren Bekanntheitsgrad steigern. Hierfür stehen Ihnen verschiedene Werbearten zur Verfügung u.a. die Möglichkeit Display-Kampagnen auszusteuern.

About You, das zur OTTO Group gehört, bietet Fashionprodukte für ein junges Publikum an und nutzt dafür vor allem Fashion-Influencer. Auf diese Weise können Sie Ihrer Zielgruppe spezielle Outfit-Kreationen gezielt näher bringen. Auch bei About You gibt es die Möglichkeit gesponserte Produktanzeigen zu schalten, um so den Umsatz zu steigern.

Die digitale Transformation traditioneller Marken

Immer mehr Geschäfte in Deutschland, darunter auch traditionelle Kaufhäuser wie Galeria Kaufhof und REAL.de, verwandeln ihr Geschäft in eine Online-Plattform für Drittanbieter, die Ihnen einen einfachen Zugang zu neuen Zielgruppen ermöglicht. Dabei setzen sowohl Galeria Kaufhof als auch REAL.de weiterhin auf das Warenhaus-Prinzip. Kunden finden hier alles wonach sie suchen. Das Sortiment reicht von Elektronikartikeln über Haushaltswaren bis hin zu Fashionprodukten. Auch bei diesen Marktplätzen ist es wichtig, dass Sie die Inhalte individuell auf Ihre Zielgruppe zuschneiden und die Lagerbestände gut verwalten.

Die Parfümeriekette Douglas hat sich inzwischen ebenfalls für das beliebte Marktplatz-Modell entschieden und ein exklusives Partnerprogramm gestartet. Damit vergrößert der Beauty-Händler sein Online-Sortiment, ohne zusätzliche Warenbestände aufbauen zu müssen. Ausgewählte Partner aus den Bereichen Beauty, Accessoires, Schmuck und Lifestyle profitieren im Gegenzug von der Bekanntheit und Marktstellung von Douglas. Sie erhalten beispielsweise Zugang zu rund 44 Millionen Douglas-Beauty-Card-Kunden und nutzen die bestehende technische Infrastruktur.

Machen Sie sich nicht von einem Online-Marktplatz abhängig

In den letzten Jahren ist das Angebot an Online-Marktplätzen rasant gestiegen. Wir empfehlen Ihnen daher, sich nicht nur auf Amazon zu beschränken, sondern Ihre Geschäftsaktivitäten strategisch auf mehrere Plattformen zu verteilen und dadurch Ihre Zielgruppe zu erweitern. Zudem machen Sie sich damit nicht von einem Marktplatzanbieter abhängig, falls dieser sein Geschäftsmodell ändern sollte oder nicht mehr ordnungsgemäß liefern kann, wie beispielsweise Amazon kürzlich in Deutschland und Frankreich. So stellen Sie den Verkauf Ihrer Produkte sowie die Zufriedenheit Ihrer Kunden sicher.

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